|
Nie wieder Gericom
Im September 2002 hatte MediaMarkt ein Gericom Laptop mit vorinstalliertem Suse 8.0 für 999 Euro im Angebot. Wunderbar dachte ich mir, dann hab ich wenigsten keine Probleme Linux auf der Kiste. Was
bekanntlich bei Laptops nicht immer einfach ist. Also bin ich da reingeschlappt und hab mir das Ding gekauft. Zuerst flog Suse runter und es kam ein Rotkäppchen (Redhat 8.0) auf die Festplatte. Soweit so gut, das
ging auch ohne Zwischenfälle. Das Laptop rödelte ordnungsgemäs und hat sogar 5 Wochen in Vietnam überlebt.
Ein Jahr später kam ich auf die gloreiche Idee dem Laptop das Rotkäppchen abzunehmen und es mal mit einem ander Linux zu versuchen. Ich lud mir vom Internet die CD für Debianlinux runter (das ist
bei Linux legal) und legte sie ins CD-Rom. Das machte dann schon sehr verdächtige Geräusche. Egal wir installieren jetzt Debian. Das war ein Fehler. Mitten in der Installation streckte das CD-Rom alle Viere von sich
und seitem glänzt es mit Arbeitsverweigerung. Die Festplatte war neu formatiert, das Debian noch nicht ganz drauf und wenn ich das Laptop eingeschaltet habe ging nichts.
Von Diskette booten -> kein Diskettenlaufwerk
USB-Diskettenlaufwerk anhängen -> Bios kann nicht von USB booten
Zum Glücken hatten die bei Gericom irgendwann mal einen kurzen Anfall von Genialität gehabt und dem Bios die Option zum Booten über die Netzwerkkarte eingebaut. Dazu braucht man einen Rechner auf
dem ein paar Dienste laufen. Im Internet hab ich mich dann mal schlau gemacht wie man denn das bewerkstelligt. Nach mehrstündigem rumsurfen kam ich zu dem Ergebnis dass es ein ziemliches rumgeficke ist bis man einen
Rechner soweit hat. Das war mal wieder der klassische Griff ins Klo. Zu hundert Prozent gefrustet wurde das Laptop erstmal eine Woche von mir mit Liebesentzug bestraft. Hat zwar nichts geholfen aber der Versuch wars
wert.
Als ich mein ganzes Leid Christan Perle erzählte gab er mir dann den folgenden Rat. Ich sollte die Knoppix-cd in einen Rechner legen und starten. Danach das Knoppix-terminalserver-Skript starten,
die abgefragen Einstellungen vornhemen und dann das Laptop starten. Alles klar, ich wusste in dem Moment noch nicht genau was er damit sagen wollte. Eines war mir aus der Vergangenheit klar, wenn man Linuxprobleme
hat und man die Anweisungen von Herrn Perle folgt führt das meistens zum Erfolg. Beim starten des Skripts wurde mir auch schnell klar was das sollte. Das Skript fragt ein paar sachen ab, auf die ich nicht näher
eingehen will, und bereitet den Rechner danach soweit vor dass man einen anderen Rechner bzw ein Laptop über Netwerk booten kann. Genau das was ich brauchte.
Zumindest lief das Laptop wieder und ich konnte meine Urlaubsfotos die sich auf einem gesicherten Teil der Festplatte befanden auf einen anderen Computer draufschaufeln. Erleichter daß die Fotos
gesichtert sind wurde erstmal eine Kippe angezündet. Na gut ich hätte die Fotos auch vorher sichern können. Aber ich lebe nun mal nach dem Motto: “Wer sichert ist feige.”
Manche werden sich fragen was denn Knoppix eigentlich ist. Also Knoppix ist ein Betriebssystem das auf Linux basiert. Einfach die CD einlegen den Rechner starten und spass haben. Beim hochfahren
greift Knoppix nicht auf die Festplatte zu, das bedeutet Ihre Daten sind nicht gefährdet. Eigentlich wurde es für Demozwecken erstellt um mal schnell Linux zu zeigen. Es eignet sich aber auch sehr gut als
Rettungssystem.
Mit dem Install-Skript konnte ich dann sehr einfach Knoppix auf mein Laptop installieren. Es gab dann noch ein paar Probleme die sich sehr leicht beheben liesen. Da dieser Text eher für die
Allgemeinheit gedacht ist gehe ich nicht so ins Detail. Wer ähnliche Probleme hat oder das einfach mal ausprobieren will kann mir eine Mail schreiben und bekommt dann genaueres von mir.
Mein Laptop tut nun wieder, das CD-Rom ist zwar immer noch kaputt aber wen kümmerts? Mich nicht!! Zwei Dinge hab ich gelernt. Finger weg von einem Laptop unter 1700 Euro. Knoppix ist eine geile
Sache
|